Checkliste · Barrierefreies Bad

    Checkliste für  ein barrierefreies Bad

    Acht Punkte, die in der Planung den größten Unterschied machen – von Grundriss und Türen über die bodengleiche Dusche bis zu Armaturen und Stützgriffen.

    Kapitel 01

    1. Grundriss & Maße

    Der erste Schritt entscheidet über alles Weitere: Halten Sie vor jedem Sanitärobjekt eine Bewegungsfläche von mindestens 120 × 120 cm frei – 150 × 150 cm, wenn ein Rollstuhl oder Rollator eingeplant werden soll. Diese Flächen dürfen sich überlappen, sind aber nicht verhandelbar.

    Türen und Durchgänge sollten mindestens 80 cm lichte Breite haben. In kleinen Bädern öffnet die Tür idealerweise nach außen, damit der Zugang im Notfall nicht blockiert wird. Falls das räumlich nicht geht, ist eine Schiebetür die elegantere Lösung.

    Eine Vorwandinstallation in Leichtbauweise zahlt sich später aus: Höhen lassen sich anpassen und neue Leitungen verlegen, ohne dass tief in die Bausubstanz eingegriffen werden muss.

    • Bewegungsfläche 120 × 120 cm – mit Rollstuhl 150 × 150 cm
    • Lichte Türbreite mindestens 80 cm
    • Tür nach außen öffnend oder als Schiebetür
    • Vorwandinstallation in Leichtbauweise einplanen
    Kapitel 02

    2. Bodengleiche Dusche

    Die bodengleiche Dusche ist der wichtigste Komfortgewinn überhaupt: kein Einstieg, kein Stolperrand, keine optische Trennung. Eine seitliche Glasscheibe genügt, der Rest bleibt offen – modernes Design und Barrierefreiheit in einem.

    Halten Sie sich die Option für einen späteren Sitz offen: Klappsitze gibt es fest installiert, höhenverstellbar oder als mobile Einhängelösung. Wer von Anfang an eine integrierte Duschbank einplant, bekommt zugleich Ablagefläche und ein gestalterisches Element.

    Achten Sie auf die Entwässerung: Rinnen oder ein Wandablauf mit höchstens 2 % Gefälle wirken ruhiger als ein zentraler Punktablauf und beugen Pfützen vor.

    Unser Tipp

    Eine in den Raum integrierte Duschbank wirkt deutlich hochwertiger als ein nachträglich montierter Klappsitz – und ist im Alltag spürbar komfortabler.

    Kapitel 03

    3. Wandhängendes WC

    Ein wandhängendes WC lässt sich auf jede individuelle Sitzhöhe montieren – einige Modelle sogar nachträglich höhenverstellen. Der Vorteil im Alltag: Der Boden bleibt frei, die Reinigung ist einfach und der Raum wirkt aufgeräumt.

    Für Rollstuhlnutzende ist eine größere Ausladung ab Rückwand wichtig, dazu ausreichend Abstand zu Waschtisch und Wand – am besten freier Platz auf einer Seite, der das Umsetzen erleichtert. Eine Fernbetätigung der Spülung neben dem Becken ist eine kleine, aber sehr wirksame Erleichterung.

    Kapitel 04

    4. Dusch-WC vorbereiten

    Auch wenn aktuell noch kein Dusch-WC geplant ist: Ein Stromanschluss am WC kostet in der Bauphase fast nichts – später nachzurüsten ist deutlich aufwendiger. Damit halten Sie sich die Option für ein Dusch-WC oder eine Geruchsabsaugung offen.

    Dusch-WCs übernehmen die Intimreinigung per ausfahrbarem Duscharm mit körperwarmem Wasserstrahl – häufig ergänzt durch einen Warmluftföhn. Bedient werden sie per Fernbedienung, App oder Wandpanel. Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit bedeutet das ein großes Plus an Selbstständigkeit.

    Kapitel 05

    5. Unterfahrbarer Waschtisch

    Ein klassischer Siphon stört, sobald jemand sitzend am Waschtisch arbeitet. Ein Unterputzsiphon oder ein besonders flaches Ablaufsystem schafft Beinfreiheit – im Rollstuhl, auf einem Hocker oder einfach für Kinder.

    Nebenbei wirkt das Bad dadurch aufgeräumter und größer, weil die Sicht unter den Waschtisch frei bleibt.

    Kapitel 06

    6. Armaturen

    Eine Einhebelmischarmatur mit verlängertem Hebel und Temperaturbegrenzer ist die einfachste und zuverlässigste Lösung. Alternativ bieten berührungslose Sensorarmaturen maximalen Komfort und schützen vor Verbrühungen – besonders wertvoll, wenn die Feinmotorik nachlässt.

    • Einhebelmischer mit verlängertem Hebel
    • Verbrühschutz über Temperaturbegrenzer
    • Alternativ: berührungslose Sensorarmatur
    Kapitel 07

    7. Spiegel & Beleuchtung

    Damit Sitzende und kleinere Menschen den Spiegel ebenfalls nutzen können, sollte er fast bis zum Waschtisch hinunterreichen. Diese Variante ist gleichzeitig kinder- und familienfreundlich und wirkt optisch großzügiger.

    Wichtig: Die Spiegelbeleuchtung darf nicht blenden. Indirekt eingebaute LED-Streifen oder Spiegelschränke mit seitlichem Lichtfeld geben ein angenehmes, schattenfreies Licht.

    Kapitel 08

    8. Stützgriffe vorbereiten

    Stützgriffe müssen Sie nicht von Tag eins an montieren – aber Sie sollten den Platz dafür schaffen. Stabile Montageplatten hinter den Fliesen an WC und Dusche kosten in der Bauphase wenig und erlauben es, Haltegriffe später ohne Eingriff in die Wand sauber anzubringen.

    Bewahren Sie die Planungsunterlagen gut auf: Sie zeigen Jahre später exakt, wo gebohrt werden darf – und wo nicht.

    Unser Tipp

    Moderne Haltegriffe sehen heute aus wie Designobjekte – matt-schwarz, in Edelstahl oder gebürsteter Bronze. Sie passen damit in jedes hochwertige Bad.

    Weitere Themen

    Mehr zum barrierefreien Bad

    Checkliste gemeinsam durchgehen

    Bringen Sie Ihre Grundrissskizze mit – wir gehen die Checkliste in unserer Ausstellung Punkt für Punkt mit Ihnen durch.

    Persönliche Beratung

    Ihre Ansprechpartner im Bäderwerk

    Bäderwerk: Bad-Ausstellung Mo–Fr 09:00–18:00 Uhr · Sa 10:00–13:00 Uhr. Beratung Mo–Fr ab 09:00 Uhr – nur mit Terminvereinbarung.